Bauhaus Meister Moderne
DAS COMEBACK

29.09.2019 – 12.01.2020

 
 


Die große Sonderausstellung 2019 vereint hochkarätige Meisterwerke aus internationalen Sammlungen mit bislang selten bzw. noch gar nicht gezeigten Werken aus den Museumsbeständen. Sie ist die zentrale Kunstausstellung Sachsen-Anhalts und damit neben der geplanten Eröffnung des neuen Bauhaus Museums in Dessau einer der Höhepunkte in Sachsen-Anhalt im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“.

 

Die Rekonstruktion der ersten Sammlung moderner Kunst

Die Aura des Originals

Christian Rohlfs: Weiden im Frühjahr, 1904, Öl auf Leinwand, 73,5 x 100 cm, Clemens Sels Museum Neuss, Foto: Walter Klein, Düsseldorf

Christian Rohlfs: Weiden im Frühjahr, 1904, Öl auf Leinwand, 73,5 x 100 cm, Clemens Sels Museum Neuss, Foto: Walter Klein, Düsseldorf

Ernst Ludwig Kirchner: Damen im Café, 1914/15, Öl auf Leinwand, 70,5 x 76 cm, Brücke Museum Berlin, Foto: Nick Ash

Ernst Ludwig Kirchner: Damen im Café, 1914/15, Öl auf Leinwand, 70,5 x 76 cm, Brücke Museum Berlin, Foto: Nick Ash

Franz Marc: Eber und Sau, 1913, Öl auf Leinwand, 73,5 x 57,5 cm, Museum Ludwig, Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, rba_c000967 - Museum Ludwig, Köln

Franz Marc: Eber und Sau, 1913, Öl auf Leinwand, 73,5 x 57,5 cm, Museum Ludwig, Köln, Foto: Rheinisches Bildarchiv, rba_c000967 - Museum Ludwig, Köln

 

Bis zum Jahr 1933 galt die Sammlung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) als eine der führenden in Deutschland für die zeitgenössische Kunst – die heutige klassische Moderne. Die beiden Museumsdirektoren Max Sauerlandt und Alois J. Schardt brachten das Haus mit ihrer klugen Ankaufsstrategie in die oberste Liga der Museen in der Weimarer Republik, die sich programmatisch der Avantgarde widmeten. Das hallesche Museum wurde damals gleichberechtigt mit der Moderne-Sammlung der Berliner Nationalgalerie im Kronprinzenpalais Unter den Linden genannt.

Die Aktion „Entartete Kunst“ der Nationalsozialisten im Sommer 1937 bereitete mit der Beschlagnahme von 146 Werken dieser herausragenden Entwicklung ein Ende. Die Zahl der verlorenen Werke ist zwar verglichen mit der anderer Museen keine sehr große, jedoch entfernten die Nationalsozialisten mit dem Entzug der Werke das Kernprofil des Museums – nahezu ausschließlich Gemälde und Aquarelle von höchster Qualität – ein Verlust, der bis heute nicht ausgeglichen werden konnte, auch wenn das Museum seit 1990 15 Arbeiten wieder zurückerwerben konnte. 2019 kehren für die Zeit von dreieinhalb Monaten zahlreiche der verlorenen Arbeiten als Leihgaben aus öffentlichen und privaten internationalen Sammlungen wieder zurück und lassen zusammen mit den 1937 nicht beschlagnahmten Werken die Sammlung von einst wieder erstehen.

Unter den ausgestellten Werken befinden sich Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka, Erich Heckel, Oskar Schlemmer, El Lissitzky, George Grosz und vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern. Zum Teil sind die Leihgaben aus den USA, Europa und Japan erstmals überhaupt öffentlich zu sehen, zum Teil kehren sie seit den 1970er/80er Jahren erstmals wieder nach Deutschland zurück.

Einer der Höhepunkte der Sammlungsrekonstruktion ist die Wiedervereinigung von 7 der einst 11 Gemälde des Halle-Zyklusses von Lyonel Feininger. Zu den 3 Gemälden aus der Museumssammlung, Roter Turm I, Marienkirche mit dem Pfeil und Der Dom in Halle, kommen hinzu: Am Trödel, Marienkirche I, Roter Turm II und Marktkirche in Halle.

Wassily Kandinsky: Abstieg, 1925, Aquarell und Tusche, 484 x 322 mm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto :  Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Wassily Kandinsky: Abstieg, 1925, Aquarell und Tusche, 484 x 322 mm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

El Lissitzky: Proun 6, um 1919-1920, Öl auf Leinwand, 81 x 59 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober

El Lissitzky: Proun 6, um 1919-1920, Öl auf Leinwand, 81 x 59 cm, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Punctum/Bertram Kober

 

Walter Gropius‘ Kunstmuseum für Halle (Saale)

Ein virtuelles Museumserlebnis

3D‑Visualisierung des Entwurfs „Hängende Gärten“ von Walter Gropius, 1927, Autoren: D. Ackermann, Ch. Fuhrmann, B. Hanisch, Abbildungen des Modells, November 2018: B. Hanisch | oben: Detail mit Kunstmuseum (links) und Stadthalle (rechts), rechts: Gesamtansicht

3D‑Visualisierung des Entwurfs „Hängende Gärten“ von Walter Gropius, 1927, Autoren: D. Ackermann, Ch. Fuhrmann, B. Hanisch, Abbildungen des Modells, November 2018: B. Hanisch | oben: Detail mit Kunstmuseum (links) und Stadthalle (rechts), rechts: Gesamtansicht

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1927 nahm Walter Gropius am Architekturwettbewerb der Stadt Halle (Saale) für eine moderne Stadtkrone teil. Aufgabe war es, auf einem Gelände von 10 Hektar hoch über der Saale einen Gebäudekomplex zu planen, bestehend aus einer multifunktionalen Konzert- und Kongresshalle, einem modernen Sportforum und einem neuen Kunstmuseum für die herausragende Sammlung in der Moritzburg. Gropius‘ Entwurf wurde mit keinem Preis bedacht. Er war zu visionär und seiner Zeit voraus. Die geplante Stadtkrone wurde nie realisiert.

Nach einer ersten Vorstellung des gesamten Wettbewerbs in einer Ausstellung des Museums im Jahr 2011 sind acht Jahre später dank einer Kooperation mit dem Studiengang Multimedia|VR-Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mithilfe moderner Virtual-Reality-Technologie erstmals das Stadtkronen-Gelände sowie vor allem das von Walter Gropius entworfene Kunstmuseum begehbar. In einer beeindruckenden virtuellen Präsentation kann Gropius‘ visionärer Museumsbau mit einer Ausstellungsfläche von 3.000 qm durchschritten werden. Im Inneren dieses beispielhaften Museumsprojektes des Neuen Bauens entfaltet sich die komplette Sammlung der Moderne des halleschen Museums, wie sie zum einen bis 1937 bestand und zum anderen mittels der originalen Werke heute nicht mehr vollständig rekonstruierbar ist. Dafür wurden nahezu 500 Kunstwerke gescannt, fotografiert und in 3D modelliert sowie in die neuen virtuellen Ausstellungsräume integriert.

Das virtuelle Gropius-Museum setzt den Ausstellungsrundgang über eine temporär dem Erweiterungsbau des Museums aus dem Jahr 2008 hinzugefügte Treppe auf der Empore mit dem sogenannten Fenster zur Stadt fort, durch das man auf jene Hauptwerke der Architekturgeschichte der Stadt Halle (Saale) blickt, die die Motive des Gemälde-Zyklusses von Lyonel Feininger bilden – ein Ausstellungs- und Museumserlebnis sondergleichen!

Weitere Informationen zum VR-Projekt der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle erhalten Sie hier:

 
 
 

Die Bauhaus-Meister

Meisterwerke der Avantgarde

Paul Klee: Besessenes Mädchen, 1924, Aquarell und Ölfarbenzeichnung auf Papier auf Karton, 44,2 x 29,2cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, Foto: Robert Bayer

Paul Klee: Besessenes Mädchen, 1924, Aquarell und Ölfarbenzeichnung auf Papier auf Karton, 44,2 x 29,2cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, Foto: Robert Bayer

Oskar Schlemmer: Geländer-Szene I, 1931, Aquarell über Bleistift, 54 x 36 cm, Albertina, Wien, Sammlung Forberg, Foto: Peter Schälchli, Zürich - Inv. DL320

Oskar Schlemmer: Geländer-Szene I, 1931, Aquarell über Bleistift, 54 x 36 cm, Albertina, Wien, Sammlung Forberg, Foto: Peter Schälchli, Zürich - Inv. DL320

Wassily Kandinsky: Hornform, 1924, Öl auf Pappe, 57,5 x 49,5 cm, Neue Nationalgalerie, Berlin, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders

Wassily Kandinsky: Hornform, 1924, Öl auf Pappe, 57,5 x 49,5 cm, Neue Nationalgalerie, Berlin, Foto: bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders

 

Im 2. Obergeschoss des Westflügels der Moritzburg wird die Ausstellung mit einem dritten Teil abgerundet, der sich der künstlerischen Entwicklung der Bauhaus-Meister Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Georg Muche widmet.

Alle fünf Maler waren und sind mit repräsentativen Werken noch heute in der Sammlung des Museums vertreten. Mit selten und zum Teil erstmals zu sehenden Meisterwerken aus internationalen Sammlungen wird ihr Schaffen während der 14 Jahren des Bestehens des Bauhauses in Weimar, Dessau und Berlin in einer eindrucksvollen Inszenierung erlebbar.

 

rot, gelb, blau

Das Bauhaus für Kinder

Bevor sie im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ihren Platz findet, ist die Kinderausstellung „rot gelb blau. Das Bauhaus für Kinder" bis zum 02.09.2019 in der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg zu sehen. | Fotos: Chris Wohlfeld

Bevor sie im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ihren Platz findet, ist die Kinderausstellung „rot gelb blau. Das Bauhaus für Kinder" bis zum 02.09.2019 in der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg zu sehen. | Fotos: Chris Wohlfeld

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Die interaktive Ausstellung „rot, gelb, blau. Das Bauhaus für Kinder“ im Kabinett der sogenannten Westbox richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren und steht unter dem Motto: Das Bauhaus war eine Schule!

Meister des Bauhauses standen Pate für die verschiedensten Exponate. So können die jungen Museumsgäste Bilder von Lyonel Feininger nachempfinden und auch Formen selber zusammenstellen, Licht, Farbe und Schatten erleben in einer Station von László Moholy-Nagy, groß zeichnen wie Johannes Itten, sich verkleiden und tanzen wie die Figuren von Oskar Schlemmer, weben wie Gunta Stölzl, Metallstäbe biegen wie Marcel Breuer und Mart Stam und der Form eines Stahlrohrstuhles mit einem „elektrischen Draht“ nachspüren. Im Büro von Walter Gropius werden Meisterhäuser im Maßstab gebaut, auch können typische Materialien, die am Bauhaus verwendet wurden, erspürt und in der Druckerei eine Schablonenschrift à la Joost Schmidt kreativ angewandt werden. An einer Hörstation gibt es Geschichten über die Akteure am Bauhaus zu erfahren.

Die Exponate und die Ausstellung wurden konzipiert, gestaltet und umgesetzt von 14 Studierenden des Studiengangs Spiel- und Lerndesign der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle unter der Leitung von KM Stefanie Kretschmer und Prof. Karin Schmidt-Ruhland.

 

 

Kosten
12 Euro | erm. 9 Euro

Dauerticket

30 Euro | erm. 25 Euro
Das Ticket ist nur an der Museumskasse erhältlich und berechtigt zum unbegrenzt wiederholten Besuch der Ausstellung während der Laufzeit.


Unser Ausstellungstipp

25.Mai – 02. September 2019

Die Feiningers.
Ein Familienbild am Bauhaus

Ab dem 25. Mai präsentieren die Kolleginnen und Kollegen der Lyonel Feininger Galerie in Quedlingburg eine Ausstellung zum Wirken der Künstlerfamilie Feininger am Bauhaus.


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